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Meersburg ist eine Kleinstadt im baden-württembergischen Bodenseekreis. Sie liegt zwischen Friedrichshafen und Überlingen.

Geographische Lage
Meersburg liegt am nördlichen Ufer des Bodensees, am Übergang vom Obersee zum Überlinger See auf einer Höhe von 400 bis 500 Metern. Allein zwischen Unter- und Oberstadt besteht ein Höhenunterschied von 40 Metern.

Stadtgliederung
Zu Meersburg gehören die nördlich gelegenen Ortschaften Riedetsweiler, Baitenhausen und Schiggendorf.

In Riedetsweiler wohnte Franz Anton Mesmer ab 1814. Von der Ortsmitte von Riedetsweiler erreicht man über einen Fußweg den Aussichtspunkt „Schüssel" mit weiter Sicht auf den Obersee.

Am 1. Februar 1972 wurde die Gemeinde Baitenhausen in die Stadt Meersburg eingemeindet. Die Wallfahrtskirche Baitenhausen ist gleichzeitig Kirche von Baitenhausen.

Im ebenfalls 1972 eingemeindeten nordwestlich gelegenen Ortsteil Schiggendorf befindet sich die Alte Schmiede (Schiggendorf) am Rande des Ortes am Weg nach Gebhardsweiler und Unteruhldingen. Dieses Fachwerkhaus wurde von der Denkmalstiftung Baden-Württemberg zum „Denkmal des Monats Mai 2005" ernannt, wird privat bewohnt und ist nur von außen zu besichtigen.[4] Ferner sind 400 Meter südwestlich von Schiggendorf im waldigen aufsteigenden Gelände Wallreste der Burg Schiggendorf erkennbar.

Geschichte
Die Burg Meersburg wurde erstmals 988 in einer Urkunde Ottos III. als Meresburg genannt und geht vielleicht auf eine bereits merowingische Befestigung am Fähr-Übergang der wichtigen Straßenverbindung von Oberschwaben über Konstanz nach Rätien zurück. Die Königsburg, zu der vermutlich bereits eine kleine Siedlung gehörte, war seit der Mitte des 11. Jahrhunderts in der Hand von königlichen Lehnsträgern, die sich nach ihr nannten, und ging dann in den Besitz der Bischöfe von Konstanz über, die es als Lehen an die Grafen von Rohrdorf ausgaben. Aus dieser Zeit stammen wohl auch die ältesten erhaltenen Teile des Baus.

Namensgebung
Im Jahr 1113 wurde urkundlich der adelige Liopoldus de Merdespurch erwähnt. Merte auf alemannisch bedeutet Martin. Davon soll sich der Name Meersburg ableiten.

Fürstbischöfliche Zeit
Nach dem Aussterben der Grafen 1210 blieben Burg und Siedlung von 1211 bis 1802 im unmittelbaren Besitz des Bischofs. Der 1268 in Neapel hingerichtete letzte Stauferkönig Konradin hatte zuvor mehrere Jahre in der Burg Meersburg seines Onkels, des Bischofs von Konstanz, verbracht.

Die Siedlung entwickelte sich zunächst vor allem oberhalb der Burg, im Bereich der späteren Oberstadt, die 1233 Marktrecht, vor 1260 eine Mauer und 1299 unter dem Konstanzer Bischof Heinrich von Klingenberg das Stadtrecht nach Ulmer Vorbild erhielt. Im selben Jahr wurde die unterhalb der Burg gelegene Siedlung am Seeufer durch Aufschüttung erweitert, so dass Raum für einen großen Marktplatz und für die Erweiterung der Siedlung zur Unterstadt entstand.

Bei der Wahl eines neuen Bischofs wollten Domkapitel und Kaiser unterschiedliche Personen mit dem Amt betrauen. Während der „Bischofsfehde" im Jahr 1334 wurde die Stadt vom Reichsheer des Kaisers Ludwig dem Bayer mit Feuergeschützen erfolglos belagert.

Auseinandersetzungen der Bürgerschaft mit dem Stadtherren Bischof Heinrich IV. von Hewen um die freiere Ausgestaltung der Stadtverfassung durch „Stadtrechtskämpfe" endeten 1458 mit der Rückkehr des Bischofs auf die Burg und der Niederlage der Bürger. Der Bürgermeister Simon Weinzürn wurde als Wortführer des Protestes entgegen der Zusicherung von Straffreiheit 1461 ohne richterliches Urteil im Bodensee ertränkt. Ein Konstanzer Chronist schildert die Tötung Weinzürns so: „Hier musste er sich außerhalb des Schiffs auf ein (über den Bordrand gelegtes) Brett setzen, während der bischöfliche Vogt sich innerhalb setzte. An tiefer Stelle angelangt, stand der letztere dann auf und der letzte fiel mit dem Brett in den See und ertrank." Das Amt des Bürgermeisters von Meersburg wurde abgeschafft. Simon Weinzürn war der erste Bewohner des heute Hotel Weinstube Löwen genannten Gebäudes am Marktplatz.

1509 wurde das Alte Schloss ausgebaut und in der Unterstadt der Getreidespeicher („Gredhaus") sowie der Hafen gebaut.

Fürstbischöfliche Residenzstadt
Im Jahr 1526 siedelte der bischöfliche Hof des Bischofs Hugo von Hohenlandenberg ins Alte Schloss von Meersburg über, weil sich Konstanz als Freie Reichsstadt 1519/1523 der Reformation angeschlossen hatte. Meersburg hingegen lag im Territorium des „Hochstifts Konstanz", wo die Fürstbischöfe zugleich Landesherren waren und die weltliche Macht ausübten. So fand am 10. Mai 1527 auch der Prozess gegen den evangelisch gesinnten Sernatinger Fühmessner (Pfarrer) Johann Hüglin in Meersburg statt, ebenso dessen anschließende Hinrichtung. Meersburg blieb weiterhin bischöfliche Residenz, als Konstanz wieder katholisch wurde. 1575 wurde das Amt des Bürgermeisters in Meersburg wieder eingeführt. Die Pestepidemien des 16. Jahrhunderts im Bodenseeraum erfassten in den Jahren 1529, 1575, 1588, 1595 und 1611/12 auch Meersburg.

Im Dreißigjährigen Krieg von 1618 bis 1648 plünderten Schweden und Württemberger Meersburg. Durch die Pest in den Jahren 1635/36 und 1646 schrumpfte die Meersburger Bevölkerung auf ein Sechstel. An diese Zeit erinnert der Fasnachtsbrauch des „Schnabelgiere" sowie die „Gesellschaft der Hundertein Bürger" (Gedenkstein an der Ostseite der Stadtkirche).

Die Burg Meersburg war bis zur Fertigstellung des Neuen Schlosses 1750 ständiger Wohnsitz des Konstanzer Bischofs. Vor allem das 18. Jahrhundert prägte mit dem Bau aus Neuem Schloss (ab 1710–1712), Priesterseminar (1725/29–34) und Reit- oder Stallhof (um 1760) das barocke Panorama Meersburgs am Steilufer zum Bodensee („Seefassade auf dem Meersburger Höhenrücken").

Kardinal Franz Konrad von Rodt und sein Nachfolger (und Bruder) Maximilian Christoph von Rodt residierten bereits im Neuen Schloss. Meersburg blieb Residenz des Bischofs bis zur Aufhebung des Bistums 1803.

Thomas Warndorf weist darauf hin, dass die amtierenden Fürstbischöfe sich durch die Familiensitze ihrer Vorfahren, durch Sommersitze, durch die Konstanzer kirchlichen Einrichtungen, durch die weiteren Besitztümer im Hochstift Konstanz sowie durch finanzielle Engpässe nicht dauerhaft in Meersburg aufhielten.

Badische Zeit
Nach Auflösung des Hochstiftes Konstanz und dem Übergang an Baden im Reichsdeputationshauptschluss 1803 war Meersburg nur noch bis 1807 Hauptstadt des Oberen Fürstentums am See, 1803 bis 1857 Hauptort des Amtsbezirks Meersburg und 1814 bis 1836 Sitz des Hofgerichts des badischen Seekreises (in der Burg).

Das Alte Schloss wurde 1838 durch den Freiherr Joseph von Laßberg vom Land Baden erworben und so vor dem Abriss bewahrt. Er bewahrte dort seine berühmte Bibliothek mittelalterlicher Schriften auf, die nach seinem Tod zur fürstlichen Hofbibliothek Donaueschingen kam.[16] Von Laßberg und seine Frau Jenny von Droste zu Hülshoff beherbergten im Alten Schloss viele namhafte Gäste, darunter vor allem seine Schwägerin, die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff, die dort am 24. Mai 1848 nach längerem Aufenthalt starb, sowie Ludwig Uhland, Gustav Schwab und Justinus Kerner. Heute beherbergt die Burg ein Museum mit spätgotischen und barock stuckierten Innenräumen und einer im 20. Jahrhundert zusammengetragenen Einrichtung. Sie gilt als „älteste, vollständig erhaltene und bewohnte Burg Deutschlands".

Das Fürstenhäusle, ein ehemaliges, um 1600 erbautes Rebhaus, gehörte Annette von Droste-Hülshoff von 1843 bis 1848, diente deren Verwandten bis Mitte des 20. Jahrhunderts als Wohnsitz und wurde als Droste-Gedenkstätte Eigentum des Landes Baden-Württemberg. Es befindet sich wenige Schritte vom Obertor in den Weinbergen. Das Neue Schloss fiel bei der Säkularisation an Baden und wurde danach an den Badischen Staat verkauft. 1865-1937 beherbergte es die Taubstummenanstalt zuerst für Baden, ab 1874 für Südbaden.

Teile der Stadtbefestigung wurden 1820 bis 1845 abgerissen. Der Hafen wurde 1851/1852 für Dampfschiffe ausgebaggert und mit Molen geschützt.

Meersburg büßte nach der Säkularisation durch den Wegzug der Ämter (Hofgericht im Jahr 1836, Bezirksprobstei im Jahr 1842, Großherzoglich Badisches Bezirksamt im Jahr 1857) an Bedeutung ein. Die Bewohner lebten nun von Landwirtschaft, Weinbau, Handwerk und Gewerbe. Der Fremdenverkehr als Einnahmequelle kam Ende des 19. Jahrhunderts hinzu als Folge der Gründerzeit und der verkehrstechnischen Erschließung des Bodenseeraumes durch Bahn und Dampfschiffe. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs nahm der Fremdenverkehr weiter zu. Ab 1919 entwickelte der Meersburger Bürgermeister Karl Moll ein Fremdenverkehrskonzept, das Meersburg zu einer neuen Infrastruktur verhalf und die Altstadt touristenfreundlich machte.

Bereits 1870 war die Seepromenade ausgebaut worden, 1921 wurde die Altstadt elektrifiziert, 1926 das Seepumpwerk in Betrieb genommen, 1926/27 die Stadt kanalisiert und asphaltiert, 1929 Meersburg als Hafen für die Autofähre nach Konstanz provisorisch in Betrieb genommen und 1933/34 das Strandbad gebaut und eröffnet.

NS-Zeit
Erst 1937 wurde das angeborene sowie das erkaufte „Bürgerrecht", das zum Wählen berechtigte, abgeschafft. Auch in Meersburg wurde der Alltag durch nationalsozialistische Organisationen (Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei, Hitlerjugend, Bund Deutscher Mädel, NS-Frauenschaft) beeinflusst und überwacht. Kriegsgefangene polnische Zwangsarbeiter waren bis 1941 im Reithof der Domäne untergebracht. Zeitzeugen berichten von einem Kriegsgefangenenlager in den Baracken im Sommertal, wo nach Kriegsende Flüchtlinge untergebracht wurden. In Meersburg herrschte während des Zweiten Weltkriegs immer Wohnungs- und Lebensmittelknappheit, weil eine Reichsfinanzschule eingerichtet wurde, die Rüstungsfabrik Kälte in der Hämmerlefabrik einzog sowie Zwangseinquartierungen für Wehrmacht, Kinderlandverschickung, Ausgebombte und Evakuierte vorgenommen wurden. Gegen Ende des Krieges versuchten mit dem Zurückweichen der deutschen Truppen Firmen, Wehrmachtsstellen und Behörden in Meersburg unterzukommen. Ab Mitte April 1945 wurde der Schiffsverkehr, am 26. April 1945 die Fähre zwischen Meersburg und Konstanz-Staad eingestellt. Meersburg wurde durch Panzersperren verbarrikadiert. Die am 29. April 1945 anrückenden Panzer der Franzosen wurden beschossen. Nur weil die Franzosen die Barrikaden über einen Waldweg (Gehautobel, Hirtlehöhe) umgehen konnten, blieb Meersburg vor der Zerstörung bewahrt.

Meersburg im Land Baden-Württemberg
Von 1972 bis 1978 wurde Meersburg an eine Gemeinschaftskläranlage angeschlossen, in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden Umgehungsstraßen (Töbelestraße, B 31-Ortsumgehung) und Großparkplätze angelegt, die Altstadt unter Denkmalschutz gestellt und saniert, die Infrastruktur verbessert (Kindergarten, Schule, Seglerhafen, Therme) und die kulturelle Ausstrahlung verstärkt (Kulturamt, Knabenmusik, Städtische Galerie, Droste-Preis, internationale Konzerte). Meersburg ist heute beliebtes Ausflugsziel.

Religion
Meersburg war seit 1551 nicht nur Verwaltungssitz des (weltlichen) Fürstbistums Konstanz, sondern bis zur Teilung in die Diözesen Freiburg und Rottenburg 1827 auch des geistlichen Bistums Konstanz. War Meersburg also auch nach der Reformation zunächst katholisch, so finden sich heute auch andere Konfessionen am Ort. Neben einer römisch-katholischen Gemeinde gibt es auch eine evangelische und eine neuapostolische Gemeinde, sowie die Zeugen Jehovas.

Die katholische Stadtkirche befindet sich am höchsten Punkt der Oberstadt. An der Stelle des Turms der katholischen Pfarrkirche befand sich früher ein Turm der Stadtbefestigung. Die Pfarrkirche selber wurde 1827 bis 1829 erbaut. Eine Steintafel rechts beim Eingang innerhalb der katholischen Pfarrkirche von Meersburg dokumentiert, dass folgende Fürstbischöfe und Landesherren des Hochstifts Konstanz nach Umbettung im Gruftgewölbe beigesetzt sind: Christoph Metzler von Andelberg († 11. September 1561), Kardinal Franz Conrad von Rodt (* 10. März 1706, † 16. Oktober 1775), Maximilian Christoph von Rodt (* 10. Dezember 1717, † 17. Januar 1800) sowie des Weiteren auch die sterblichen Überreste von Johann Georg von Hallwyl und Hugo von Hohenlandenberg.

Die barocke Schlosskapelle befindet sich (vom Schlossplatz aus gesehen) im linken Teil des Neuen Schlosses und ist nur vom Schlossplatz her durch eine Holzpforte zugänglich. Sie dient seit 1864 als evangelische Stadtpfarrkirche. Sie wurde unter Fürstbischof Damian Hugo Graf von Schönborn (Regierungszeit von 1740 bis 1743) errichtet. Der Altar ist von Joseph Anton Feuchtmayer, das Deckenfresko von Gottfried Bernhard Götz. Interessant ist die „Fürstenloge", von der der Fürstbischof den Gottesdienst verfolgen konnte, ohne das Neue Schloss zu verlassen. In der anfänglichen Planung war der Gebäudeteil als Pferdestall vorgesehen, wurde dann aber für den Bischof und den Hofstaat umgebaut. Der Pferdestall wurde weiter in östlicher Richtung mit dem Reithof gebaut. Feuchtmayer lieferte 1741 die Präsentationsentwürfe für Hochaltar und Ostwand, die von Damian Hugo Philipp von Schönborn-Buchheim und seinem Architekte Balthasar Neumann in 16 Punkten detailliert geändert wurden. Die Architektur geht auf Balthasar Neumann zurück.

Partner- und Patenschaften
Städtepartnerschaften bestehen mit

  • Hohnstein in Sachsen – seit 1991
  • Louveciennes in der Region Île-de-France in Frankreich – seit 1991
  • San Gimignano in der Toskana in Italien – seit 2002.
  • Außerdem hat Meersburg die Patenschaft für den Versorger Meersburg (Schiffs-Nr. A 1418) der Bundesmarine und den Lufthansajet Meersburg (Nr. D-ACHB) übernommen.


Weinbau
Die Weinhänge Richtung Unteruhldingen und Hagnau sind vom Schiff und von der Fähre aus gut zu sehen. Dazu kommen Reblagen nördlich der Bundesstraße 33. Die Weinanbaufläche in den Gemarkungen Meersburg und Stetten umfasst ca. 120 Hektar und liefert etwa 1 Million Liter Wein. Die begrenzte Anbaufläche teilt sich auf mehrere Winzer auf. Die Betriebe werden sowohl genossenschaftlich (57 Hektar von der Stadt Meersburg gepachtet), als Stiftung (Konstanz), staatlich (Staatsweingut Meersburg), in markgräflicher und fürstlicher Tradition als auch rein privatwirtschaftlich (Daisendorf, Riedetsweiler) geführt. Ein privater Winzer in Meersburg-Stetten am Höhenweg von Meersburg nach Hagnau wurde sogar vom renommierten Weinführer Gault Millau 2007 mit sehr guten drei Trauben ausgezeichnet.

Der Anbau in den Meersburger Lagen in 444 bis 500 Meter Höhe ist nur durch die Besonderheiten des Seeklimas möglich. Der Bodensee speichert die Wärme der Sonne, wirkt damit mildernd auf das Klima und sorgt für einen langen, milden Herbst. Hinzu sorgt die häufige Föhnwetterlage und die Reflexion der Sonne vom See auf die Uferhänge für gutes Weinbauklima.

Wichtige Rebsorten sind Müller-Thurgau und Spätburgunder, aus dem in Meersburg Rotwein (durch Vergärung von Saft, Fleisch und Haut der Beeren) sowie der goldgelbe bis bernsteinfarbene Weißherbst (Vergärung des Safts ohne Fleisch und Haut der Beeren) ausgebaut wird. Weitere Rebsorten sind Grauer Burgunder, der in der lieblichen Ausbaustufe Ruländer und in der trocken Grauburgunder genannt wird. Rebsorten, die ein besonderes Bukett ergeben, sind der Traminer, Bacchus, Kerner und Sauvignon Blanc. Eine weitere wichtige Rebsorte ist auch der Weißburgunder.

Die bekannten Meersburger Einzel-Weinlagen befinden sich teilweise an extremen Steilhängen, und heißen von West nach Ost: Chorherrnhalde, Fohrenberg, Rieschen, Jungfernstieg, Sängerhalde, Bengel, Haltnau, Lerchenberg. Allgemein gehört Meersburg zu der Großlage Sonnenufer. Weinbau in Meersburg ist seit 1324 urkundlich belegt. Die besonderen Weinlagen waren bis zur Säkularisation im Besitz der Fürstbischöfe von Konstanz.

Museen
Das Zeppelin-Museum Meersburg und das Zeppelin Museum in Friedrichshafen ergänzen sich. Die Meersburger Museumsstücke des Zeppelinmuseums wurden und werden in Privatinitiative zusammengestellt. Besonders werden Originalbauteile, Uniformen, Inventar und Modelle gezeigt. Insgesamt umfasst die Sammlung 15000 Exponate.

Burgmuseum (Alte Burg Meersburg): Es gibt diverse Ausstellungsstücke aus dem Mittelalter zu sehen. Unter anderem sind auch das Arbeitszimmer und das Schlaf- und Sterbezimmer von Annette von Droste-Hülshoff zu besichtigen. Davon abgesehen ist auch ein Großteil der Burg begehbar, so kann man beispielsweise auch den Rittersaal, den Königssaal, die Waffenkammer, die Folterkammer und den Dagobertsturm besichtigen.

Im Neuen Schloss sind die Gemäldegalerie im 1. Stockwerk und die Fürstbischöflichen Gemächer im 2. Stockwerk untergebracht. Den Grundstock der Ausstellung der Städtischen Galerie Meersburg bilden Bodensee- und Meersburg-Motive. Diese Sammlung der Bodensee-Maler wird allerdings zum großen Teil im Magazin aufbewahrt. Statt dessen werden Wechselausstellungen gezeigt.

Für den Malerpoeten Hans Dieter (begraben in Meersburg) ist ein eigener Ausstellungsraum vorgesehen.  Dieter wurde zum Ehrenbürger von Meersburg ernannt „im Werte eines reichen Kunstschaffens, das wahrhaft in der Natur wurzelt". Von seinen Bildern werden gezeigt „Meersburg im Winter" o. J. sowie „Adagio" von 1933 (mit Regenbogen über dem Bodensee). Dieters Gemälde werden regelmäßig auf Auktionen gehandelt. [56] Hans Dieter ist auf dem Meersburger Friedhof nahe der Ost-West-Achse in einem künstlerisch gestalteten Grab mit seinem Kopfprofil in Messing und dem Sinnspruch „Einer, der seiner Wege ging" beigesetzt.

Auch den Werken von Waldemar Flaig ist ein eigener Raum gewidmet. Hervorzuheben sind seine Bilder „Bodenseelandschaft", „Schwarzwaldlandschaft" sowie „Mondnacht in Meersburg" von 1931 mit Abbildung des Hafens und der Burg.

Ferner ist ein Raum für die Werke von Kasia von Szadurska vorgesehen, deren Werke in der Konstanzer Wessenberggalerie 1937 als „entartet" eingezogen wurden. Sie malte auch Portraits und Frauenakte. Ins Auge fallend sind die Bilder „Sturm am See" (um 1929) sowie „Blick bei Meersburg auf Bodenseeufer" und „Meersburg von Konstanz aus gesehen" von 1940.

Die Bilder von Fritz Heinsheimer, der 1921 nach Meersburg übersiedelte und ebenfalls im Dritten Reich verfolgt wurde, werden wegen der Wechselausstellungen kaum gezeigt. Bemerkenswert ist sein Bild „Weinberge am Bodensee" von 1927.

Weitere Einzelbilder unterschiedlicher Maler mit Panoramen der Stadt in verschiedenen Epochen sind vorhanden.

Die Fürstbischöflichen Gemächer im Obergeschoss wurden in der Art barocker Audienz- und Privaträume nachträglich möbliert. Ein zentraler Raum dient für Konzerte.

Das Weinbaumuseum wurde in den 1950er Jahren vom Staatsweingut eingerichtet. Es befindet sich im Neubau von 1680 des Heilig-Geist-Spitals in der Vorburggasse. Im Untergeschoss befand sich der Torkel. Im Obergeschoss dieses Hauses starb 1815 der Arzt und Heiler Franz Anton Mesmer. Im Weinbaumuseum ist der Heilig-Geist-Torkel von 1607 ausgestellt, ferner ein Fass mit 50.000 l Fassungsvermögen, das „Türkenfass". Weiter werden eine Flaschensammlung, geschnitzte Fassböden und Küferwerkzeuge gezeigt.

Im Stadtmuseum: sind Dokumentationen zu Franz Anton Mesmer, Hans Dieter (Bild der Meersburger Tracht), Fritz Mauthner (Schriftwechsel, Totenmaske und Fotos vom Glaserhäusle) und Karl Moll (Trachten, Fremdenverkehr) zu sehen.

Bibelgalerie: Erlebnisausstellung zur Welt der Bibel

Bildteppichkunst-Atelier von Edith Müller-Ortloff und Nachfolge

Droste-Museum im Fürstenhäusle: Es liegt mitten in einem Rebberg oberhalb der Oberstadt und erinnert an Annette von Droste-Hülshoff.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Die Internationalen Schlosskonzerte werden mit wechselnde Werken und Solisten von März bis Dezember im Spiegelsaal des Neuen Schlosses aufgeführt.
  • Alljährlich im Mai werden die Droste-Literaturtage veranstaltet.
  • Das Seenachtsfest lässt die Stadtkulisse durch Feuerwerk und Beleuchtung in anderem Licht erscheinen.
  • Das Meersburger Jazz-Festival findet jährlich an einem Wochenende im Reithof statt.
  • Beim Bodensee-Weinfest im September auf dem Schlossplatz und in der Vorburggasse haben die Besucher die Gelegenheit, die Weine der Winzer aus Meersburg und Umgebung (Kippenhausen, Immenstaad, Hagnau, Daisendorf, Bermatingen, Konstanz, Überlingen) zu vergleichen. Der Bürgermeister, die badische Weinkönigin, die Knabenmusik Meersburg und die Trachtengruppe Meersburg präsentieren sich zum Auftakt.


Meersburger Brauchtum
Bräuche der schwäbisch-alemannischen Fasnet

Die Meersburger Fasnacht wurde im 14. und 15. Jahrhundert in Urkunden erwähnt. Zwischen der Großen Konstanzer Narrengesellschaft Niederburg e. V. von 1884 und der Narrenzunft Schnabelgiere Meersburg e. V. besteht ein freundschaftlicher Austausch.[59] Bei der Seegfrörne von 1963 wurde er mit einem Pokal besiegelt, der am 3. März 1963 von den Konstanzern über den zugefrorenen See nach Meersburg getragen wurde. Bei der nächsten Seegfrörne wird er wieder nach Konstanz gebracht.

Der Narrenruf ist „Ho Narro!". Besondere Veranstaltungen sind:

  • Narrebomm setzen: Am Sonntag vor Fastnachtssonntag wird ein etwa 30 Meter langer Nadelbaum (Narrenbaum) zunächst durch die Stadt gezogen und schließlich von Zimmerleuten durch Hebelkraft auf dem Marktplatz beim Rathaus aufgerichtet. Mutige Kinder versuchen den glatten Stamm zu erklimmen bis zu einem hoch oben hängenden grünen Kranz. Von diesem Kranz reißen sie einige der dort befestigten Lebensmittel ab, werfen sie in die Menge und behalten einige für sich. Dieser Brauch ist auf die 1920er Jahre zurückzuführen.
  • Katzemusik: Am frühen Morgen des Schmotzge Dunschtig zieht eine Schar Jugendlicher durch die Stadt und weckt die Bewohner durch dumpfe rhythmische Klopf-Geräusche, die durch das Aneinanderschlagen von Topfdeckeln und anderen Blechutensilien erzeugt werden. Dieser Brauch und der Hemdglonkerumzug wurden 1900 eingeführt.
  • Schnabelgiere-Umzug: Am Nachmittag des Schmotzge Dunschtig zieht der Schnabelgiere, eine als weißer Vogel mit rotem Schnabel verkleidete Person, durch die Stadt und teilt an die ihn umringenden Kinder Esswaren aus einem umgeschnallten Weidenkorb aus. Der Korb wird entlang der Route fortlaufend mit neuen Gaben bestückt. Die Kinder müssen „Schnabel-, Schnabel-, Giere" rufen. Sie werden, falls sie zu leise rufen oder sich vordrängen, von zwei als Domino schwarz gekleideten und maskierten Helfern mit luftgefüllten Saublotern (Schweineblasen) an Stöcken geschlagen. Ab 1936 erhielt der Schnabelgiere nach einer Idee von Karl Moll/Willy Seilnacht ein weißes Gewand, in den Zeiten davor war er dunkel gekleidet. In der Winzergasse unterhalb der katholischen Stadtkirche befindet sich seit dem 2. Februar 1964 mit dem Schnabelgiere-Brunnen von Berti Brandes mit Schnabelgiere, Korb, Domino und Kindern eine würdigende Darstellung.[63] [64] Eine ähnlich gekleidete Figur wurde von Paul Fürst (Kunsthändler) als Pestdoktor in seiner Schutzkleidung dokumentiert.
  • Hemmedglonker-Umzug: Am Abend des Schmotzge Dunschtig führt ein Umzug von Meersburgern im weißen langen Nachthemd mit Fackeln durch die Stadt. Dieser Brauch wurde im Jahr 1900 vom damaligen Schüler und späteren Bürgermeister Karl Moll aus Konstanz mitgebracht. Zwei übergroße Hemdglonkerpuppen (Mädle fünf Meter groß und Bue sieben Meter hoch) werden mitgetragen. Zum Abschluss wird am Schnabelgiere-Brunnen in der Winzergasse vom Hemdglonkerkönig, einem Meersburger Abiturienten, gekennzeichnet durch Mollkopf (Moll als Schwellkopf), eine humorige Glonkerrede in alemannisch über die Begebenheiten des vergangenen Jahres in Meersburg gehalten.
  • Hänsele-Treiben: Beim Fasnet-Treiben (Fastnacht) sind diese Gestalten mit Ganzkörper-Anzügen aus schuppenförmigen Stoffstücken verkleidet und vermummt. Sie bewegen sich hüpfend und johlend in Gruppen. Das Kostüm stammt aus der Zeit um 1790 und wurde nach Zeiten des Verbietens und Vergessens dieser Vermummung 1951 wieder eingeführt. Zu den Hänsele gehört das Karbatschen-Schnellen, das Lärmerzeugen durch das Schwingen mit einem drei bis vier Meter langen Seil an einem Holzstiel, und die Holzpritsche zum geräuschvollen „Schlagen" auf die Schulter.


Sehenswürdigkeiten
Aussichtspunkte

  • Terrasse des Neuen Schlosses: Blick auf Burg, Unterstadt und den Bodensee.
  • Känzele, gelegen zwischen Priesterseminar (heute Droste-Hülshoff-Gymnasium) und Reithof (heute Staatsweingut): Oberhalb der Reblage Rieschen bietet sich eine beeindruckende Sicht auf Hafen und See.
  • Rieschentreppe, die mit 171 Stufen direkt von der Schiffsanlegestelle hinauf in die Oberstadt führt: Auf halber Höhe inmitten des Weinhanges Rieschen findet sich eine Aussichtsplattform mit Sitzbänken, ebenso am oberen Treppenende (am so genannten Glatten Stein), mit Blick auf Hafen und Unterstadt.
  • Seepromenade in der Unterstadt: See, Schiffsbetrieb, Fische, Wasservögel und bei guter Fernsicht das Panorama der Alpen.
  • Wetterkreuz sowie Ehrenmal im Verlauf des Höhenwegs Meersburg–Hagnau: Ausblicke auf See und Schweizer Ufer.
  • Friedrichshöhe im Verlauf der Von-Laßberg-Straße: Wasserturm mit Panoramablick auf Stadt, See und Alpen.
  • Hirtle oberhalb des Sommertals: Panorama in Richtung des östlichen Bodensees, der Schweiz und der Alpen sowie Konstanz mit dem Fährverkehr Meersburg-Konstanz.


Stadtbefestigung
Die mittelalterliche Stadtbefestigung schützte Burg, Ober- und Unterstadt. Gegen feindliche Übergriffe bestand die Kombination aus Burg, Burggraben und Stadtmauern.

Die Unterstadt zwischen See und Oberstadt mit Altem Schloss war befestigt im Westen durch das Vordere Seetor (Unterstadttor oder Kugelwehrtor) und im Osten durch das Hintere Seetor, das 1852 abgebrochen wurde. In der Unterstadt sind von der westlichen Stadtmauer die Außenmauer des heutigen Hotels Schiff (ehemaliger Domkapitelshof) und von der östlichen Stadtmauer die Außenmauer des Gredhauses erhalten.

In der Oberstadt verlief die äußere Stadtbefestigung im Westen ansteigend an der Rückseite der Häuser der Winzergasse (früher Kirchgasse) zum Turm der katholischen Stadtkirche. Sie ging dann nördlich weiter vom Kirchturm zum abgerissenen Zwingtor an der Kirchstraße, dem Pfarrhofturm (Mauerreste und Wehrturm „Am Stadtgraben") und zum Obertor. Das Obertor wurde um 1300 erbaut. Das Brückenhaus des Obertors wurde 1838 abgerissen. Die Häuser zu beiden Seiten des Obertors sind direkt auf die Stadtmauer gebaut. Im Osten war die Stadt begrenzt durch die Rückseite des ehemaligen Krankenhauses (früher Schussenrieder Klosterhof, dann Niederlassung der Post), die Rückseite der Häuser an der „Vorburggasse" und den Gewölbekeller des heutigen Staatsweinguts Meersburg. Der Gewölbekeller wurde um 1720 in der Vertiefung des Stadtgrabens in der Regierungszeit von Fürstbischof Johann Franz Schenk von Stauffenberg angelegt. Der Zugang von der Unterstadt über die Steigstraße zur Oberstadt wurde durch das im 19. Jahrhundert entfernte Steigtor kontrolliert.

Innerhalb der Oberstadt verlief die Befestigungsanlage der Vorburg. Sie war durch die rückwärtigen Mauern an der ehemaligen Hofapotheke, der Häuser an der Höllgasse, des Rathauses (mit Tordurchlass Falbentor), der Häuser der Vorburggasse sowie durch den Tordurchlass Wolfenbogen im Osten geschützt.

Im innersten Bereich befindet sich die Verteidigungsstellung des Alten Schlosses. Es gab einen Fluchtweg aus der Burg, dessen Einstieg noch in der Burg zu sehen ist.

Im Mittelalter wurde im Neuweiher bei Daisendorf Wasser gesammelt, um von dort den Stadtgraben von Meersburg mit Wasser zu füllen oder zu fluten. Das Wasser aus dem Neuweiher fließt heute durch den Haselbach in den Siechenweiher am nordöstlichen Stadtrand von Meersburg und von dort in den Bodensee. Die Wasserläufe in der Meersburger Altstadt wurden Mitte des 20. Jahrhunderts überdeckelt und münden in den Bodensee.

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