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Bregenz (standarddeutsche Aussprache: ['bre:gənts], Vorarlbergerisch: ['breagats]) ist die Landeshauptstadt des österreichischen Bundeslandes Vorarlberg und Bezirkshauptstadt des Bezirks Bregenz. Die Stadt hat den bedeutendsten österreichischen Bodenseehafen, ist Eisenbahnknotenpunkt sowie Sport- und Kulturzentrum. Gemessen an ihrer Einwohnerzahl ist Bregenz die drittgrößte Stadt.

Geografische Lage
Bregenz liegt am Ostufer des Bodensees. Über einen schmalen Uferstreifen, der sich entlang des östlichsten Bereichs des Bodensees nach Norden erstreckt, grenzt Bregenz an Lindau und damit an Deutschland. Diese Grenze erstreckt sich über wenige hundert Meter im Mündungsbereich der Leiblach (Flussmitte).

Auf den Bregenzer Hausberg Pfänder (1064 m ü. A.), dessen Südflanke der Gebhardsberg bildet, führt seit 1927 die Pfänderbahn.

Bregenz liegt an der Bregenzer Ach, die im Süden und Südwesten die Grenze zu den Nachbargemeinden Lauterach und Hard bildet und zwischen Bregenz und Hard in den Bodensee mündet.

Stadtgliederung
Bregenz besteht aus zwei Ortsteilen und drei Katastralgemeinden. Der Ortsteil Bregenz ist eingeteilt in die zwei Katastralgemeinden Bregenz und Rieden (eingemeindet 1919). Rieden hat wiederum die Orte Schendlingen, Vorkloster, Feldmoos und Dorf Rieden (hier steht auch das Kloster Riedenburg). Bis 1912 war auch Kennelbach ein Teil von Rieden. Außerdem besteht der getrennte Ortsteil Fluh (eingemeindet 1938/1945) an den Abhängen von Pfänder und Gebhardsberg, der eine dritte Katastralgemeinde bildet.

Seeanlagen
Den Anfang der Seeanlagen machte 1842 ein Seeuferweg. Mit dem Schiffshafen schritt der Ausbau weiter voran. 1842 wurde damit begonnen und 1890 der Molo fertiggestellt. Das Bahngelände wurde aufgeschüttet und die 1900 gebaute Uferpromenade durch Führung einer Pipeline Richtung Lochau verlängert. Urbanistisch wurde damals die Stadt allerdings durch diese Eisenbahnlinie vom Seeufer abgeschnitten. Dies wäre noch durch die in den 1960er Jahren geplante parallele Autobahnführung verstärkt worden. Eine Volksbefragung ergab 1960 zwar eine 90-prozentige Ablehnung der Seeufertrasse, dennoch wurde diese seitens der Bundesregierungen weiter verfolgt. Dagegen erhob sich im Jänner 1969 massiver Unmut der Bregenzer Bevölkerung, der letztlich zur Führung der Autobahn im Pfändertunnel führte. 2010 wurden die Seeanlagen umgebaut. Ein neues Hafengebäude und neue Sitzmöglichkeiten laden zum Verweilen ein.

Geschichte
Frühgeschichte und römische Zeit
Die ersten Siedlungen im Gebiet des heutigen Bregenz entstanden ca. 1500 v. Chr. Dies ist belegt durch Siedlungsfunde aus der Frühbronzezeit am Fuß des Gebhardsbergs. Zur Keltenzeit (ab ca. 500 v. Chr.) war Bregenz einer der am stärksten befestigten Orte (Oppidum) in der Region. Damals siedelte der Keltenstamm der Brigantier in Vorarlberg. Ein Zeugnis keltischer Kultur ist das in Bregenz gefundene Eponarelief (Epona bzw. Rhiannon), das allerdings bereits aus römischer Zeit stammt.

15 v. Chr. eroberten die Römer für Kaiser Augustus das Vorarlberger Gebiet und errichteten hier die Stadt Brigantium – eine römische Zivilstadt mit Forum, Tempelbezirk, Markthallen, Basilika usw. Aus dieser Phase des Ortes sind umfangreiche archäologische Reste, u. a. Mosaike, erhalten geblieben. Im heutigen evangelischen Friedhof liegen wenige Mauerreste der kaiserzeitlichen Thermen über Tag und sind sichtbar. Brigantium wuchs rasch zu einer recht ansehnlichen Siedlung heran und war auch militärisch bedeutsam. So hatte hier bald auch der Präfekt der römischen Bodenseeflotte seinen Sitz. Eine Straße verband Brigantium über Cambodunum (Kempten im Allgäu) mit Augusta Vindelicorum (Augsburg).

Wohl 233 und 259/260 n. Chr. wurde Brigantium durch einfallende Alemannen zerstört, von der römisch-keltischen Bevölkerung aber wieder aufgebaut; die von Natur aus besser beschützte Oberstadt wurde nun kastellartig ausgebaut und befestigt. Zum Territorium des spätantiken Brigantium gehörte alles Land westlich des Arlbergs bis zum Bodensee und angrenzende Gebiete im Norden. Die Festung blieb nach 300 n. Chr. militärisch wichtig und gehörte wie Arbor Felix, Constantia und Tasgaetium zu einer Kette von Kastellen, die die römische Grenze an Rhein und Bodensee sicherten. Wie Arbor Felix wurde es in der Tabula Peutingeriana, einer spätrömischen Landkarte, erwähnt.

Der römische Kaiser Gratian besuchte die Stadt im Jahre 377. Mindestens bis etwa 410 n. Chr. war in Brigantium eine römische Kriegsflotte stationiert. Bei Bauarbeiten der Fußgängerpassage im Gebiet des römischen Hafens (Leutbühel) wurden 1969 Überreste der spätrömischen Hafenanlage entdeckt.

Die Alemannen besiedelten dann das Gebiet rings um Brigantium ab ca. 470 n. Chr. Zwischen den Jahren 610 und 612 wirkten im Raum Bregenz die iroschottischen Missionare Kolumban und Gallus.

Mittelalter
Die Oberstadt (Altstadt) liegt innerhalb des etwa rechteckigen Mauergevierts der Stadtmauern aus dem 13. bis 16. Jahrhundert, die heute noch zum größten Teil erhalten sind. Um 1220 erfolgte die Anlage von drei parallelen Gassen mit etwa 57 gleich großen Hofstätten zu je zwei Ar.

Die erste Stadterweiterung erfolgte burgbergabwärts durch das Maurach und wurde Ende des 13. Jahrhunderts abgeschlossen. Am Fuße desselben in Richtung See wurde die Kaiserstraße 1363 ausgebaut.

1330 erteilte Kaiser Ludwig der Bayer den Bürgern der Stadt Bregenz das Recht, an jedem Montag einen Wochenmarkt abhalten zu dürfen.

1404 und 1445 wurde die Bregenzer Vorstadt in den Appenzellerkriegen zerstört und im Winter 1407/08 während der Schlacht bei Bregenz mehrere Monate lang belagert.

1451 kaufte das Fürstenhaus Habsburg die Hälfte der Grafschaft Bregenz mit der Stadt Bregenz. 1484 war der Ausbau der Kirchstraße abgeschlossen und Ende des 15. Jahrhunderts Übergewicht des Marktes am Leutbühel gegenüber der Oberstadt.

Nach Aussterben des bedeutendsten Hochadelsgeschlechts des Bodenseeraums, des Bregenzer Zweiges der Grafen von Montfort, wurde ganz Bregenz 1523 Teil von Vorderösterreich im Erzherzogtum Österreich.

17. bis 19. Jahrhundert
1646 wurde Bregenz im Zuge des Dreißigjährigen Krieges von den die vereinigten Heeren Schwedens und Frankreichs unter Feldmarschall Carl Gustav Wrangel eingenommen. Bevor sich die Schweden gegen Ende des Krieges 1647 wieder zurückzogen, sprengten sie auf dem Gebhardsberg noch die Burg Hohenbregenz.

1650 bis 1652 wurde in Bregenz der Kornmarkt gegründet, der 1665 bis 1667 gepflastert wurde und an Bedeutung gewann.

1704 wurden Angriffe der Franzosen an der Klause abgewehrt.

1753 erfolgte die Errichtung einer vorderösterreichischen Verwaltung mit Sitz in Konstanz, welche bis 1759 bestand. 1759 bis 1803 lag die Zuständigkeit für Vorarlberg, Schwaben und Breisgau in Freiburg im Breisgau. Bregenz wurde zu einer habsburgischen Landstadt.

1805 kam Bregenz zum Königreich Bayern. Im Jahr 1809 wurden unter dem Oberbefehl des Oberkommissärs Anton Schneider etwa 3.000 Vorarlberger Freiheitskämpfer aufgestellt.
Einmarsch der Vorarlberger Schützen in Bregenz (1809)

Im Zuge der folgenden Auseinandersetzungen gegen bayrische sowie französische Truppen konnten die Vorarlberger Schützen den größten Erfolg am 29. Mai 1809 in Klien (bei Hohenems) verzeichnen. Nach der Niederlage der österreichischen Truppen gegen Napoleon im Juli bei Wagram gaben die meisten Vorarlberger den Kampf auf. Lediglich einige Oberländer (Klostertaler und Montafoner) leisteten den nachrückenden französische und bayrischen Truppen unter dem Kommando Riedmillers weiterhin Widerstand – bis auch sie im August nach Tirol flohen.

Anton Schneider wurde festgenommen und Vorarlberg kam unter starke bayrische Besatzung. Unter der Regierung des Grafen von Montgelas, die unter französischem Einfluss stand, bekam die Stadt eine moderne Verwaltungsstruktur. Im Eindruck des Wiener Kongresses verzichtete Bayern 1814 auf Vorderösterreich, was zur Folge hatte, dass die Herrschaften vor dem Arlberg (Vorarlberg) mit der Stadt Bregenz gemeinsam mit Tirol an das Kaiserreich Österreich zurückfielen.

Die Hänge hinter der Oberstadt mit u. a. den Ansitzen Lößler, Schedler, Mildenberg und Riedenburg waren ursprünglich gräflich montfortisches Lehen, dienten dem Wein- und Obstanbau und gehörten später teilweise dem Kloster Mehrerau.

Von Norden war die Stadt lange Zeit nur durch die Klause erreichbar. Die Verbreiterung der Reichsstraße erfolgte 1831/32 durch Alois von Negrelli. Eine neue Verbindungsachse wurde 1849 durch Anlage der Römer-/Arlbergstraße geschaffen.

1861 erhielt Vorarlberg einen eigenen Landtag mit Sitz in Bregenz.

Ende des 19. Jahrhunderts kam es zur rasterartigen Anlage des Viertels zwischen Belrupt- und Kornmarktstraße.

20. Jahrhundert
Bis zum Ersten Weltkrieg war Bregenz eine Garnison des k.u.k. Österreichisch-Ungarischen Heeres, 1914 lagen hier der Stab und das I. Bataillon des Salzburgischen Infanterie Regiments „Erzherzog Rainer" Nr. 59.

1918, nunmehr Teil der Republik Deutschösterreich, später Österreich, trennte sich die Vorarlberger Verwaltung von der Tirols und Vorarlberg wurde ein Bundesland mit der Landesregierung in Bregenz.

Am 11. Mai 1919 erfolgte eine Volksabstimmung in Vorarlberg – es ging um die Aufnahme von Verhandlungen mit der Schweiz über einen Beitritt des Landes zur Eidgenossenschaft: 80 % der Vorarlberger Wahlberechtigten waren für die Aufnahme solcher Verhandlungen und in Bregenz sprachen sich 1.701 dafür und 1.453 dagegen aus.

Die Stadt war ab 1938 Teil der neuen Ostmark. Das Gebiet wurde im Großdeutschen Reich später umbenannt in „Donau- und Alpengaue". Bregenz wurde Kreisstadt im Reichsgau Tirol-Vorarlberg und Kreisleiter war Hans Dietrich.

In den Jahren 1939 bis 1941 kam es zum Zuzug von mehr als 2.000 Südtirolern in die Südtiroler-Siedlung.

Auch Bregenzer Juden waren von Verfolgung und Deportationen betroffen. Bereits am Tag des Anschlusses an das Deutsche Reich forderte ein Bregenzer Arzt im Vorarlberger Tagblatt, die „Vernichter des deutschen Volkes auszumerzen". Vor allem ab Frühjahr 1942 kam es zu Verfolgungswellen. So wurde die Wohnung einer deportierten jüdischen Familie von einem Gestapo-Beamten übernommen, der zuvor alle Zimmer desinfizieren und die Türklinken und Armaturen auswechseln ließ.

Am 1. Mai 1945 erfolgte die Besetzung durch französische Truppen, wobei die Stadt teilweise zerstört wurde. Nach der Besetzung kam es zur Einsetzung einer Landesregierung und des Bürgermeisters. Nach 1945 war Bregenz Teil der französischen Besatzungszone und es erfolgte der Wiederaufbau im Bundesland Vorarlberg.

In der Nachkriegszeit wurde damit begonnen, die unter der Arlberg-, Josef-Huter- und der Kennelbacherstraße gelegene Ebene des Feldmooses und des Weidachs für Wohnbauten zu nutzen.

1984 wurde anlässlich des 175-Jahr-Jubiläums des Aufstandsjahres 1809 in der Südtiroler-Siedlung ein Andreas-Hofer-Denkmal eröffnet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten
Bregenzer Festspiele

  • Die Bregenzer Festspiele locken jedes Jahr Musikliebhaber aus der ganzen Welt nach Bregenz. Die Seebühne ist mit einer Zuschauerkapazität von etwa 7.000 die weltweit größte. Das Festspielhaus aus 1980 wurde von 2005 bis 2006 erneuert und erweitert. Das Programm der Bregenzer Festspiele wechselt alle zwei Jahre und dauert immer von Juli bis August.
  • Vorarlberger Landestheater
    Mitten in der „Bregenzer Kulturmeile" gelegen, hat sich das Vorarlberger Landestheater im „Theater am Kornmarkt" für die Interpretation von Klassikern gleichermaßen einen Namen gemacht wie für Uraufführungen moderner Stücke.
  • Theater Kosmos
    Ziel des zeitgenössischen Theaters Kosmos ist es, junge Leute für die Theaterkunst zu begeistern.


Museen

  • vorarlberg museum
    Das am Kornmarkt gelegene vorarlberg museum, bis 2011 Vorarlberger Landesmuseum, zeigt Sammlungen zur römischen Geschichte der Region, zur Kunst und Kultur Vorarlbergs sowie themenbezogene Sonderausstellungen. Im Juni 2013 wurde der Neubau der Architekten Andreas Cukrowicz und Anton Nachbaur eröffnet. Die nahtlos gegossenen Fassaden des Bozner Künstlers Manfred Alois Mayr zeigen eine Struktur aus Abgüssen von PET-Flaschen-Böden.
  • Territorialabtei Wettingen-Mehrerau
    Prunkstück der Zisterzienserabtei ist die alte Bibliothek. Kelche, Messgewänder, Altarbilder und andere Schätze befinden sich im Besitz der Mönche.

 

Städtepartnerschaften

  • Israel Akko (Israel)
  • Vereinigtes Königreich Bangor (Nordirland)

 

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